Empört Euch!

Wir brauchen mehr populäre Literatur wie das Pamphlet des französischen Widerstandskämpfers Stéphane Hesell, welches inzwischen auch bei uns erhältlich ist. Es fiel mir, an der Kasse zwischen der Autobild und der Für Sie, neulich wieder im Kiosk auf, und das freute mich.
Ich finde, ein Deutscher sollte ein ähnliches Buch veröffentlichen und schlage vor, in diesem neuen Empört Euch einige Änderungen vorzunehmen, die unserem Geschmack entgegen kommen. Der Grundtenor könnte dann etwa Folgender sein:

Empört euch- denn Alfons Schuhbeck, der euch in so vielen Koch- und Talkshows unterhalten hat, wirbt jetzt für McDonalds. Da will der Sternekoch um jeden Zweck Geld verdienen… unvorstellbar, im Kapitalismus!

Empört euch anschließend darüber, dass in eurer Lieblings-Starbucks-Filiale kein Sirup in der Geschmacksrichtung „Lebkuchen“ mehr vorhanden war und darüber, dass in Actimel weniger gesunde Bakterien sind, als die Werbung behauptet. Schaltet abends den Flachbildernseher von Saturn (Geiz ist geil!) ein, um Günther Jauch zu sehen und empört euch über die Werbeunterbrechungen.

Empört euch über einen Bahnhof, der in Stuttgart gebaut werden soll- und stimmt dann, wenn es ernst wird, dennoch zu seinen Gunsten ab.

Empört euch über die Italiener, die Jahrelang Berlusconi als Staatsoberhaupt geduldet haben, und kauft anschließend Axel Springer’s Printmedien. Empört euch über die faulen Griechen. Empört euch über Angela Merkels Modegeschmack.

Empört euch über die deutsche Bahn, die dauernd zu spät kommt- und fahrt täglich alleine mit dem Auto auf die Arbeit. Empört euch dabei über den Straßenverkehr und den Benzinpreis. Fliegt mit Easyjet in Urlaub nach Mallorca, und empört euch über den Service an Bord und die schlechten Englischkenntnisse des Personals.

Empört euch über Kinderarbeit und Ausbeute. Empört euch anschließend darüber, dass die Weihnachtseinkäufe dieses Jahr wieder so stressig sind. Empört euch über die Abkehr von der wahren Bedeutung Weihnachtens, und darüber, dass die Kassiererin euch am letzten verkaufsoffenen Sonntag so mürrisch ansah.

Empört euch über das sinkende Lohnniveau in Deutschland und empört euch über intransparente Finanzmärkte… und wählt schwarz-gelb.

Empört euch darüber, dass euer Lieblingspolitiker bei seiner Doktorarbeit gepfuscht haben soll. Empört euch aber auch über dessen schlechte Darstellung in den Medien, und bestellt euch im Einzelhandel „Vorerst gescheitert“ vor. Es kann dann im Bücherregal neben „Deutschland schafft sich ab“ stehen.

Empört euch über Döner-Morde und darüber, dass Killer-Breivik nun nur in eine psychiatrische Anstalt kommen soll.

Empört euch über die Neugestaltung der Bedienoberfläche von Facebook. Empört euch auf Facebook über die irrelevanten Statusupdates eurer „Freunde“, die ihr aber nichtsdestotrotz neugierig lest. Empört euch auf Facebook auch über andere Dinge, etwa darüber, dass die Chinesen nicht zu Facebook dürfen.

Empört euch über  Oberflächlichkeit und Schönheitswahn, und lasst eure Kinder mit Chips und Cola Heidi Klums Topmodelshow sehen.

Empört euch über das Wetter.

Stéphane Hessel, der nun 94 Jahre alt ist und mit seiner Lebenserfahrung und seinem bewundernswerten Engagement die Werte der Résistance verkörpert, hat das Recht, mit Stolz zum Widerstand aufzurufen. Und Widerstand ist angebracht.
Dennoch ist unser Handeln teils so schizophren, dass ich an unserem Recht auf Empörung ein wenig zweifle. (Ich nehme mich selbst nicht davon aus) Brauchen wir, aus jüngeren Generationen als Stéphane Hessel, die alltägliche Meinungsmache vielleicht gar als geistige Krücke? Würden wir uns empören, und den Kapitalismus und unseren Konsumwahn in Frage stellen, müssten wir auch nach neuen Werten suchen und unser Weltbild umkrempeln. Wie anstrengend.

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4 Kommentare zu “Empört Euch!

  1. Elvira sagt:

    Empört euch über die Ellenbogenmentalität, jeder gegen jeden, und klagt gleichzeitig den Platz an der Wunschschule für eure Kinder ein.
    Empört euch darüber, dass in 95% aller in Deutschland „hergestellten“ Geflügelfleisches Antibiotkarückstände gefunden wurden, obwohl deren Einsatz europaweit ab 2006 verboten ist , und rennt die Discounter ein, weil es Huhn im Angebot gibt, das Kilo für 1,99€.
    Empört euch über das fehlende Unrechtsbewusstsein, das uns täglich frei Haus geliefert wird.

    Wie kann ich meine Empörung zeigen? Wie ihr Luft machen?

  2. Berggeist1963 sagt:

    Eine solche „Denkstreitschrift“ eines „einfachen bundesdeutschen Normalbürgers“ gibt es bereits seit ca. knapp 3 Jahren (54 einhalb DIN A4-Seiten). Allerdings ruht sie bzw. das entsprechende Manuskript dafür immer noch auf meiner Festplatte.

    In dieser Schrift (Arbeitstitel: „Das Problem sind wir!“), die sich in erster Linie an unsere Mitmenschen aus den sog. mittleren und unteren „Schichten“ – sich selbst gern auch als „Kleine Leute“ bezeichnend – wendet, bin ich bereits vor 3 Jahren auf auf diese ganze im Beitrag aufgeführte Thematik eingegangen, indem ich genau uns die Schuld an der heutigen Misere gebe, u.a. durch

    – unser Desinteresse, unsere Trägheit, unsere Denkfaulheit, aber auch unsere Bereitschaft zur schnellen Resignation.
    – Unser Hang zum begeisterten einprügeln auf Minderheiten und vermeintlich noch „unter“ uns stehende Bevölkerungsteile.
    – unsere nur allzu willige Bereitschaft, uns von den Medien manipulieren, gedanklich lenken sowie auch ablenken zu lassen(z.B. auf irgendwelche „Events“ á la sportliche Großereignisse, Papstbesuche etc., „Highlights“ wie vermeintliche „Supertalente/Superstars“, „Dschungelcamp“, „Wer wird der neue Gottschalk?“, usw.), die wir auf gar keinen Fall verpassen dürfen, damit wir auch ja dabei mitreden können.
    – unsere regelrechte Sucht nach für uns „erreichbaren Sündenböcken“, denen wir alles in die Schuhe schieben können (Migranten, ALG II-Berechtigte usw.).
    – unser zwanghaftes festhalten an lieb gewonnenen Vorurteilen und Weltbildern, die wir uns entweder selbst zurecht gezimmert haben oder die gefälligst haben zu müssen uns jahrelang eingetrichtert wurden.

    Zudem habe ich mich damals bereits in diesem Manuskript mit dem Begriff „Gutmensch“ und dessen Verächtlichmachung durch unsere „Leistungseliten“ befasst.
    Außerdem habe ich darin damals schon bekrittelt, dass wir uns zwar über alles und jeden empören, jedoch stets über das Falsche bzw. die Falschen. Und wenn wir uns über „die da oben“ beklagen tun wir das sowieso immer nur im stillen Kämmerlein oder im kleinen Kreis unseres persönlichen Umfelds. Die wenigen hingegen, die wirklich mal etwas aktiv für uns unternehmen wollen, belächeln wir höchstens mitleidig.

    Die Abgehobenheit und Entfremdung vom normalen Alltagsleben der „einfachen Bürger“ unserer „Eliten“ aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien wird darin ebenso angesprochen wie das immer stärker gewordene und weiterhin noch werdende soziale Gefälle.
    Ich unterbreite dort neben der einen oder anderen Information und Aufklärung“ verschiedene Thesen und Lösungsvorschläge, was wir zunächst mal uns selbst ändern müssten, um anschließend durch „sanften Druck von unten“ die entsprechenden Signale nach „oben“ zu senden: Mit uns nicht mehr!

    Ich habe das Manuskript immer wieder neu überarbeitet und aktualisiert. So findet derzeit die OCW-Bewegung darin genauso Erwähnung wie die aktuellen Vorgänge in Griechenland und Italien und der Umgang unserer politischen Führung mit der sog. Eurokrise. Von mir damals bereits verwendete Begriffe wie „Empörung“ und „Gerechtigkeitslücke“ wurden mittlerweile durch andere Begriffe wie z.B. „Verärgerung“ und „Gerechtigkeitsungleichgewicht“ ersetzt (um ggf. Plagiatsvorwürfe zu vermeiden*grins*). „Garniert“ bzw. untermauert habe ich den einen oder anderen Gedankengang mit praktischen Beispielen aus eigenem erleben und erfahren heraus.

    Die Sprache habe ich bewusst einfach gehalten (mal im eher lockeren Plauderton gehalten, aber auch ab und an etwas „Schärfe“ mit rein gebracht), auf komplexe Fachbegriffe sowie komplizierte Fremdworte als auch auf endlose Zahlenkolonnen, Statistiken und Diagramme verzichtet. Derartiges schreckt „Otto und Elfriede Normalbundesbürger“ eher ab bzw. langweilt sie nur unnötig.

    Ich habe in meiner Schrift auch einige neue Wortschöpfungen „kreiert“. Allerdings verzichte ich auf Beispiele an dieser Stelle, damit sie mir kein „Profischreiber“ klaut und in Publikationen evtl. als seine eigenen Geistesblitze ausgibt

    Und warum gibt es diese von mir als solche titulierte „Denkstreitschrift für die `Kleinen Leute´“ nirgendwo zu erwerben? Ganz einfach – weil sie kein Verlag veröffentlichen will.
    Von 10 angeschriebenen Verlagen haben 9 überhaupt nicht geantwortet und einer, der zu einer Veröffentlichung bereit war, verlangte im Voraus rd. 14.500,- Euro Vorauszahlung der Publikationskosten in angeblich dieser Höhe. Also knicken, lochen, abheften. Da ohne „Vitamin B“ nichts zu gehen scheint habe ich mich an meiner Meinung nach sozial verantwortungsbewusst erscheinende „Prominenz“ wie z.B. Ottmar Schreiner mit der Bitte um Lesen des Manuskripts, bei gefallen des selbigen um Verwendung bei einem Verlag hinsichtlich der Veröffentlichung sowie um das verfassen eines kleinen Vorworts gewandt. Reaktionen darauf jeweils: Null Antwort.

    Ein „einfacher Deutscher“ aus dem „Arbeitermilieu“ ohne Abitur geschweige denn Studium hat nun mal nicht das Recht, seine Gedanken, Theorien, Thesen und Einschätzung hinsichtlich der seiner persönlichen Auffassung nach neoliberalen Verirrungen der vergangenen Jahre und heutigen Tage einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zum machen. Dieses Recht steht bei uns nun mal ausschließlich Menschen bzw. „Experten“ aus eher „gehobeneren“ Berufsgruppen oder gesellschaftlichen „Rängen“ zu. Dabei sind – wie ich in meiner Schrift ebenfalls betone – eigentlich nur wir „hier unten“ die eigentlichen und wahren Experten! Wir müssen tagtäglich in nahezu allen Lebensbereichen mit den Auswirkungen der „oben“ gefällten Entscheidungen zurechtkommen, kämpfen und teilweise auch unter ihnen leiden.
    Diese ganzen „Experten“ mit politischem, wirtschaftlichen, akademischen oder journalistischem Hintergrund selbst – ganz gleich ob sie in ihren Veröffentlichungen nun die neoliberale Ideologie verbreiten und verteidigen oder ob sie für soziale Gerechtigkeit eintreten – sowie ihre Familien waren und sind nun mal von den negativen Auswirkungen dieser Entscheidungen auf die Einkommens- und Lebenssituationen eines großen Teils unserer Bevölkerung nicht betroffen und werden es mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch niemals sein. Dennoch dürfen sie sich immer wieder in Publikationen dazu öffentlich äußern und ihre Sicht der Dinge unters Volk bringen.

    Mein Name lautet nun mal nicht Henkel, Sinn, Steinbrück, Raffelhüschen, Sarrazin, Guttenberg, Slotterdijk, Precht, Käßmann, Schreiner, usw. geschweige denn Bohlen, Lahm oder Effenberg. Nur diese Menschen haben bei uns das Recht auf Veröffentlichung ihrer selbst oder von anderen verfassten Werke und somit auch den Anspruch auf ein eigentlich gar nicht benötigtes, oftmals recht erkleckliches Zubrot. Also auch im publizistischen Bereich dürfen gefälligst nur Privilegierte aktiv sein. Ein Hänschen Müller hat sich da nicht dazwischen zu drängeln! „Kleine Leute“ haben ihre Gedanken nun mal für sich zu behalten und schön klein zu bleiben.

    Es wird aus vorgenannten Gründen somit leider keine Streitschrift wider den neoliberalen asozialen Zeitgeist, verfasst von einem „Durchschnittsdeutschen“, im Handel erhältlich sein, sorry.

  3. Das bedaure ich!- denn die Schrift klingt sicherlich lesenswert.

    Wenn es nur darum ginge, Leserschaft zu haben (und nicht, die gedruckte Version zu verkaufen), warum nicht den Text gestueckelt online veroeffentlichen?

  4. Berggeist1963 sagt:

    Eine online-Veröffentlichung ist sicherlich eine Alternative. Die Hauptsache dabei ist selbstverständlich das „gelesen werden“! Ob ich dort jedoch die von mir eigentlich angesprochene Bevölkerungsgruppe in beabsichtigter Größenordnung erreichen werde sehe ich jedoch eher skeptisch. Meine „StandesgenossInnen“ tummeln sich, so sie denn überhaupt das Internet nutzen, bekanntlich lieber auf youtube, myvideo oder clipfish und anderen Unterhaltungsseiten.

    Allerdings strebe ich zukünftig schon eine Art „publizistische Tätigkeit“ an. Es bleibt mir, salopp ausgedrückt, auch keine andere Wahl mehr. Durch die zwingend erforderlich gewordene häusliche Pflege meiner Adoptiveltern für insgesamt 5 Jahre aus dem Arbeitsleben ausgeschieden habe ich nun erhebliche Probleme, einen „normalen“ Arbeitsplatz zu ergattern: Mein Alter, die jahrelange Abstinenz vom Erwerbsleben, mal über-, mal unterqualifiziert sowie eine den heutigen „Markterfordernissen“ nicht genügende Ausbildung (man kennt das ja – O-Ton Fallmanager: „Sie enden sowieso als Karteileiche!“), in einer wirtschaftlich abgehängten strukturschwachen Region ansässig, dazu noch zwei linke Hände – das sieht nicht gut aus.

    Da ich mich in meiner Schrift auch ausdrücklich gegen den gesamten Niedriglohnsektor einschl. Leih- und Zeitarbeit wende habe ich mich nach dem Ende meiner häuslichen Pflegetätigkeit vor 3 Jahren bereits nach kurzer Zeit bei der Arge einfach wieder abgemeldet. Ich kann ja nun schlecht gegen diese „Branche“ wettern und dann selbst darin mehr oder weniger „freiwillig“ tätig sein. Im Gegenteil – in meiner Schrift fordere ich die davon betroffenen Menschen unter der Überschrift „Seid aktiv – verweigert Euch!“ sogar auf, sich u.a. geschlossen auch diesen ach so tollen „Arbeitsmarktinstrumenten“ zu verweigern! Dabei dann selbst als „Lohnsklave“ zu agieren wäre geradezu Heuchelei meinerseits. Außerdem läge ich sowieso in einem Dauerclinch mit meinem Fallmanager sowie meiner Zeitarbeitsfirma: Ich ließe mir von denen absolut nichts gefallen und meine Arbeitsleistung gäbe es nur in einer der jeweiligen Vergütung entsprechenden Qualität. Ich lege nun mal großen Wert auf Achtung meiner Würde als Mensch an sich. In meinem Fall wären Leistungskürzungen und -sperren somit wohl ein Dauerzustand.

    Das käme halt finanziell gesehen alles aufs Gleiche raus wie in meiner derzeitigen Situation: Irgendwie von Tag zu Tag hangeln, es so hin zu „jonglieren“, dass ich monatlich gerade noch so meine Miete sowie Telefon/Internet bezahlen kann (nach aus medizinischer Sicht nicht mehr vermeidbarer Unterbringung der Adoptiveltern in einem Heim das Haus für die Heimkosten weit unter dem eigentlichen Wert verticken müssen) und ansonsten irgendwie „überleben“. Ein Auto besitze ich nicht mehr; GKV-Beiträge kann ich seit Mai nicht mehr zahlen, somit bin ich also seither nicht mehr KV-versichert; am Essen wird gespart wo es nur irgend geht (bin sogar schon zweimal aus den Latschen gekippt in den vergangenen Wochen) und getrunken wird ausschließlich nur noch Leitungswasser; Heizung wird nur noch gelegentlich mal kurz angestellt; Rechnungen und Mahnungen wie z.B. über Nachzahlung von Mietnebenkosten, Privathaftpflicht usw. werden von mir zwangsweise ignoriert. Es wird zwar schon seit Monaten häufiger mit Zwangseintreibung gedroht, bislang jedoch ist dahingehend noch nichts erfolgt. Und falls es damit losgehen sollte – einem nackten Mann kann niemand in die Hasche greifen. Trotz allem werde ich auch weiterhin nicht „aufs Amt“ gehen. Ich habe dahingehend nun mal mittlerweile so meine Grundsätze (Stichwort „Würde“!).

    Ich arbeite unterdessen weiterhin unverdrossen an zukünftigen Publikationen – ich bin halt auch irgendwie störrisch und hartnäckig*grins*. In einer widme ich mich z.B. in literarischen Abhandlungen anhand meiner eigenen Erfahrungen im engsten Familienkreis der Demenz. In einer anderen nehme ich augenzwinkernd aufgrund eigener Beobachtungen in ganz alltäglichen Situationen wie einkaufen, Parkplatzsuche etc. bestimmte Eigenheiten der modernen Bundesbürger wie z.B. keine Zeit für gar nichts mehr zu haben, sowieso stets immer und überall im Recht zu sein sowie gewisse sonstige Merkwürdigkeiten wie beispielsweise das spazieren tragen von Nordic-Walkingstöcken unter dem Arm (hauptsächlich von VertreterInnen der etwas gehobeneren Jahrgänge) ein wenig unter die Lupe.

    Da ich nach eigener Einschätzung zumindest halbwegs „unfallfrei“ schreiben kann (von eventuellen „Ausrutschern“ aufgrund von Flüchtigkeit mal abgesehen, die ich höflichst zu entschuldigen bitte) und auch mit dem formulieren ganzer Sätze eigentlich nicht auf Kriegsfuß stehe, versuche ich nun also mithilfe der Schreiberei eine Basis für den Verdienst meines zukünftigen Lebensunterhalts zu schaffen. Eigentlich wollte ich schon von Jugend an in dieser Richtung etwas machen, aber wie es nun mal so ist: Man hört zu oft auf andere Menschen (nur gut gemeinte Ratschläge wie „Ist sowieso alles nur brotlose Kunst. Mach lieber was anständiges, etwas was Hand und Fuß hat“, „Ach, lass da besser die Finger davon, das wird doch sowieso nichts“ und ähnliches). Auch hierbei war es wie mit der medialen Gehirnwäsche heutzutage: Wenn man es nur oft genug zu hören bekommt glaubt man es irgendwann selbst und versucht es gar nicht erst – zumindest nicht so so richtig. Man schreibt halt gelegentlich mal was nur so für sich und an eine Veröffentlichung wagt man erst gar nicht auch im leisesten zu denken.

    Wie dem auch sei: Durch das Schreiben möchte ich auch nicht „reich und berühmt“ werden. Halt nur soviel damit verdienen, dass es zu einem ganz „normalen“ Leben ohne Luxus und anderem SchnickSchnack langt. Falls im Erfolgsfall wider Erwarten dadurch größere Überschüsse erzielt werden sollten möchte ich damit gern soziale Einrichtungen und Projekte in meiner Region fördern und unterstützen.
    Im Schreiben sehe ich meine einzige Chance, noch irgendwie beruflich Fuß zu fassen, ohne mich den „modernen Arbeitsmarkt-Folterinstrumenten“ unterwerfen zu müssen. Ob überhaupt und was daraus letztlich wird bleibt abzuwarten. Es gilt auch hier: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und man bereut sowieso nur das im Leben richtig, was man nicht versucht hat.

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